Alexandra Przyrembel

Emotionen und die politische Bühne im 20. Jahrhundert

Seit Eric Hobsbawm gilt das 20. Jahrhundert als das ›Zeitalter der Extreme‹. Krieg und Gewalt waren die prägenden, die gestaltenden Erfahrungen dieses Jahrhunderts. In dem geplanten Forschungsvorhaben werden neuere methodische Ansätze (wie der ›emotional turn‹) gemeinsam mit etablierten Forschungsmethoden fruchtbar gemacht werden, um die Wirkungsmacht von Emotionen auf historische Prozesse und Dynamiken genauer zu bestimmen. Die geplante Emotionengeschichte der politischen Sprache  im 20. Jahrhundert  wird sich auf die populäre Thematisierung  von Kriegsängsten in der Massenkultur (in Filmen, Romanen und Zeitungen sowie im Radio) wie auf individuelle Verarbeitungsformen von Krieg und Gewalt im 20. Jahrhundert konzentrieren. Ein Augenmerk wird ebenso auf den Zorn gelegt werden, der – analog zur Angst – kollektive Erfahrungshorizonte im 20. Jahrhundert in besonderer Weise strukturierte. Dieses Projekt berücksichtigt ebenso psychiatrische Gutachten.