Alexandra Przyrembel

Projekte

Research Projects

1. Globale Momente: Humanitarismus und Gewalt in der Moderne / Global Moments: Humanitarianism and Violence in the Modern Age

Forschungsprojekt, das an der Schnittstelle von Global-, Kultur- und Mediengeschichte angesiedelt ist. Im Vordergrund stehen ’neue‘ humanitäre Bewegungen, die seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts an der ‚Ordnung‘ von Gewalt und Krieg beteiligt sind.

2. Koloniales Wissen und ‚entkolonisiertes‘ Wissen in der Moderne / Colonial Knowledge  and Decolonizing Knowledge in the Modern Age

Zu diesem Forschungsprojekt liegt seit September 2013 der Sammelband „Von Käfern, Märkten und Menschen. Wissen und Kolonialismus in der Moderne“ bei Vandenhoeck & Ruprecht vor, den Rebekka Habermas und Alexandra Przyrembel herausgegeben haben. Die Tagung „(De-)Colonizing Knowledge: Figures, Narratives and Practices“, die im Februar 2015 an FU Berlin stattfinden wird, erörtet das Konzept ‚Wissen‘ jenseits des Eurozentrismus

3. Kartographien der Angst im 20. Jahrhundert / Cartographies of Fear in the Modern Age 

Seit Eric Hobsbawm gilt das 20. Jahrhundert als das ›Zeitalter der Extreme‹. Krieg und Gewalt waren die prägenden, die gestaltenden Erfahrungen dieses Jahrhunderts. In dem geplanten Forschungsvorhaben sollen die neueren methodischen Ansätze (wie der ›emotional turn‹) gemeinsam mit etablierten Forschungsmethoden fruchtbar gemacht werden, um die Wirkungsmacht von Emotionen (beispielsweise von Ängsten) auf historische Prozesse und Dynamiken genauer zu bestimmen. Die geplante Emotionengeschichte der Kriegsgewalt im 20. Jahrhundert  wird sich auf die populäre Thematisierung  von Kriegsängsten in der Massenkultur (in Filmen, Romanen und Zeitungen sowie im Radio) wie auf individuelle Verarbeitungsformen konzentrieren. Im Vordergrund der Monografie stehen die Massaker an den Armeniern zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Interdisziplinär:

4. Geschichte der Emotionen im 19. und 20. Jahrhundert in Wissenschaft und Kultur

Nur allmählich setzt sich die Geschichtswissenschaft mit einer neuen Kategorie auseinander: die Bedeutung von Emotionen für historische Wandlungsprozesse. Gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Simone Winko habe ich im Sommersemester 2005 eine Ringvorlesung „Lust auf Gefühl? Emotionen in Wissenschaft und Kultur“ an der Georg-August-Universität Göttingen durchgeführt. Hier beschäftigte uns vor allem der interdisziplinäre Dialog zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften. Neurologen, Ethnologen, Psychoanalytikerinnen, Literaturwissenschaftler und schließlich auch Historiker und Historikerinnen haben Chancen und Grenzen dieser ’neuen‘ Kategorie untersucht. Als Historikerin interessiert mich hier insbesondere die Frage, in welchem Verhältnis Emotionen und Herrschaft (beispielsweise während des Nationalsozialismus) stehen.

Abgeschlossen:

5. „Verbote und Geheimnisse. Das Tabu und die Genese der europäischen Moderne“

Eher beiläufig und zufällig widmete sich Sigmund Freud zu Beginn des 20. Jahrhunderts dem „marvellous“, dem wunderbaren Tabu. Mit seiner Bestimmung des Tabus der „armen, nackten Kannibalen“ hat Freud ein wirkungsmächtiges Konzept vorgelegt, das die Diskussionen des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt hat und noch bis heute prägt. Doch in Berührung mit dem Tabu kam Europa bereits hundert Jahre zuvor im Gefolge seiner kolonialen Bestrebungen im südpazifischen Ozean. Doch die Aneignung des Begriffes zunächst durch James Cook im ausgehenden 18. Jahrhundert und mehr als hundert Jahre später durch Freud war nicht zufällig. Das Tabu – so die These der Studie – ist Ergebnis und zugleich einer der Katalysatoren der Transformationen, wie sie die europäischen Gesellschaften im ‚langen 19. Jahrhundert‘ auf dem Weg in die Moderne durchlaufen. Das Buch ist im Campus Verlag erschienen: Campus Verlag.