Alexandra Przyrembel

Moral und Kapitalismus: Akteure, Praktiken, Transformationen im 20. Jahrhundert

Coca-Cola-Weihnachtstruck

Im Zentrum des Forschungsprojektes „Moralizing Capitalism: Agents, Discourses and Practices of Capitalism in the Modern Age“ stehen folgende Fragen im Zentrum: Was ist unter einer ‘kapitalistischen Moral’ zu verstehen, und welche Rollen spielen moralische Vorstellungen für die Konsolidierung des Kapitalismus? Bis zu welchem Grad traten soziale Bewegungen in Opposition zum Kapitalismus und etablierten eine unabhängige Wirtschaftsmoral? Wie können die Motive der Bankiers oder anderer Vertreter der Finanzwelt beschrieben werden? Welche kulturhistorische Bedeutung kommt dem Geld zu? Und als übergeordnete methodische Leitfrage: Wie könnte eine neuere Kulturgeschichte des Kapitalismus aussehen?

Vom 14. bis zum 16. März 2016 fand eine internationale Konferenz (Organisation Prof. Dr. Stefan Berger/Prof. Dr. Alexandra Przyrembel) statt Im Fokus der kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik stand im Rahmen der von der Fritz-Thyssen-Stiftung geförderten Tagung die wechselseitige Verbindung zwischen moralischen Empfindungen und dem Kapitalismus auf der Ebene von geschichtlich Handelnden, historischen Diskursen und Praktiken. Im Herbst 2018 erscheint der Tagungsband bei Palgrave Macmillan.

Im Rahmen des Buchprojektes  „Skandalisierungen von Reichtum und Überfluss im 20. Jahrhundert“ soll der Versuch unternommen werden, ‚Reiche‘ als scheinbare ‚Profiteure‘ des Kapitalismus vom Ende des 19. bis in das späte 20. Jahrhundert historisch zu verorten. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Sozialfigur des ‚Reichen‘ bzw. des gar ‚Superreichen‘ die Auswüchse des Kapitalismus bzw. Fragen der sozialen Ungleichheit besonders zu entlarven scheint, untersucht das geplante Teilprojekt die gesellschaftliche Wahrnehmung der ‚Reichen‘ bzw. des ‚Reich-Seins‘ im 20. Jahrhundert, vor allem nach 1945.

 

Foto: Coca-Cola-Weihnachtstruck von Jonas Rogowski CC BY-SA 3.0